Grundstein für die Zukunft legen

Beim Apéro wurden die Projektverantwortlichen bilaterial in Beschlag genommen. Der rege Austausch unter den Anwesenden zeugte vom grossen Interesse an den Zusammenschlussabklärungen.

Öffentliche Präsentation zu den BEEH-Zusammenschlussabklärungen

Rund ein Jahr dauerten die Zusammenschlussabklärungen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH). Im Rahmen eines gut besuchten, öffentlichen Informationsabends in der Effinger Mehrzweckhallte wurden die Resultate aus dem Prozess präsentiert. Der Weg scheint eindeutig Richtung gemeinsame Zukunft zu gehen: «Ein Zusammenschluss unserer vier Gemeinden bedeutet nicht eine Aufgabe der Identität der vier Dörfer, aber eine Möglichkeit, auch in Zukunft für alle Alters- und Anspruchsgruppen ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort beziehungsweise ein Lebensmittelpunkt zu bleiben», schreiben die betreffenden Gemeinderäte im Vorwort zum Bericht der BEEH-Zusammenschlussabklärungen.

Einleitend zum Informationsanlass vom 17. Januar 2019 skizzierte Projektberater Jean-Claude Kleiner nochmals kurz die Ausgangslage des BEEH-Projekts – vier Gemeinden mit gemeinsamen Grenzen; keine Gemeinde, die dominiert; finanztechnisch die gleiche Liga – und befand: «Bei solchen Voraussetzungen lohnt es sich hinzuschauen.» Seit Januar 2018 haben denn auch rund 100 Freiwillige aus den vier Projektgemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen hingeschaut, in acht Themenkreisen debattiert und mit Blick auf die Zukunft der vier Dörfer Chancen und Risiken formuliert. Schliesslich war es Aufgabe der Arbeitsgruppen-Leiterinnen und -Leiter, die Eckpunkte aus den Konsultationen knapp und verständlich vorzustellen, was ihnen durchwegs gelang und vom Publikum gelobt wurde.

Steuerfuss von 114 Prozent
Robert Schmid, Leiter der Arbeitsgruppe «Behörden und Verwaltung», ging beispielsweise auf die Zusammensetzung der allfällig neuen Gemeindebehörde ein und erklärte, warum eine gemeinsame Bezirkszugehörigkeit zu Laufenburg empfohlen wird. Beim Thema Raumplanung verwies Ralph Mettier etwa auf die massgebliche finanzielle Unterstützung des Kantons, sollten sich die vier Gemeinden zusammenfinden und eine gemeinsame Bau- und Nutzungsordnung (BNO) entwickeln. Iris Schütz erläuterte die finanziellen, pädagogischen und emotionalen Aspekte, welche die Arbeitsgruppe «Schulwesen» bewog, auch künftig drei Schulstandorte zu befürworten. Giovanni Carau erklärte, wie der angestrebte Steuerfuss von 114 Prozent, der sich am aktuell tiefsten der vier Projektgemeinden (Elfingen) orientiert, in Zukunft für die neue Gemeinde tragbar wäre. Plakativ packte Andreas Thommen das Thema Ortsbürgergemeinde an, in dem er deren Altersstruktur aufzeigte. So gibt es in Bözen heute 15 Ortsbürger unter 18 Jahren, in Effingen 9, in Elfingen 3. «Eine neue gemeinsame Ortsbürgergemeinde hätte auch in Zukunft die Kraft, aktiv ihre Aufgaben im kulturellen und sozialen Bereich wahrzunehmen.»

Bewährtes erhalten, Neues gestalten
Ebenfalls bezeichnend war Andreas Thommens Blick auf den Forst. Hier sind die vier Projektgemeinden heute in zwei verschiedenen Kreisen organisiert. Weil dies gut funktioniert, würde es auch im Fall eines Gemeindezusammenschlusses keine Anpassungen geben. Dieses gesunde Augenmass fürs Bewährte kam auch in den Voten von Susanne Trefzer von der Arbeitgruppe «Jugend/Alter, Gesundheit, Spitex» zum Ausdruck: «Dennoch würde ein Zusammenschluss zu mehr Schlagkraft für die junge und ältere Bevölkerung führen.» Dass alle vier Projektgemeinden durchaus vor Herausforderungen stehen, zeigte der Blick von Roger Frey, Arbeitsgruppe «Energie, Wasser/Abwasser, Werkhof», auf die zum Teil marode Infrastruktur. In diesem Bereich müssen alle BEEH-Gemeinden künftig grosse Aufgaben stemmen. Gemeinsam könnte die Last besser verteilt werden und mehr Innovation einfliessen. Roger Frey: «Die Kosten für die Instandhaltung werden eh in jeder Gemeinde anfallen und somit sich die Tarife für Wasser und Abwasser erhöhen. Der Zusammenschluss könnte hier gewisse Synergien bringen.»

Philipp Wirz hielt fest, was visualisiert wurde: «Bei einem allfälligen Gemeindezusammenschluss bleiben alle vier Ortsnamen, die Postleitzahlen, Strassennamen und Hausnummern erhalten. Auf der Ortstafel stünde lediglich neu als Zusatz der Gemeindename: Oberes Fricktal.»

Ortsnamen bleiben erhalten
Hat das Bekanntwerden des Vorschlags «Oberes Fricktal» als Namen für die allfällig neue Gemeinde Wellen geworfen, wusste Philipp Wirz von der Arbeitsgruppe «Name, Wappen, Freizeit/Vereine, Kultur» diese zu glätten. Nicht zuletzt mit dem Aufzeigen der eindeutigen Rückmeldungen aus der Bevölkerungsumfrage, wo sich «Oberes Fricktal» mit 359 von 760 bei der Umfrage Mitwirkenden klar vom zweitplatzierten Rebthal (142 Stimmen) absetzen konnte. Philipp Wirz hielt fest: «Bei einem allfälligen Gemeindezusammenschluss bleiben alle vier Ortsnamen, die Postleitzahlen, Strassennamen und Hausnummern erhalten. Auf der Ortstafel stünde lediglich neu als Zusatz der Gemeindename: Oberes Fricktal.»
Nach diesem Informations-Powerplay blieb es einen Moment lang ruhig im Publikum. Schliesslich kamen wenige Verständnisfragen. Etwa zur Zusammensetzung der künftigen Gemeindebehörde, zum vorgeschlagenen Schulmodell, zum angestrebten Steuerfuss und zum weiteren Vorgehen im BEEH-Prozess.

Abstimmung am 27. Juni 2019
Dass der Standort «Oberes Fricktal» grosses Potential hat, wenn aktiv darauf hingearbeitet wird, zeigte bereits im Frühling 2016 die Entwicklungsstudie, welche die BEEH-Gemeinden in Auftrag geben hatten. Dieses Fazit wird im Vorwort des Projektberichts konkretisiert: «Es ist uns Gemeinderäten bewusst, dass wir mit einem möglichen Zusammenschluss noch nicht alle Probleme gelöst haben», so die Verantwortlichen. «Nur wenn sich daraus eine neue Dynamik entwickelt, wird der Prozess langfristig positive Impulse für unsere Region auslösen können». Vorerst gilt es, die Dynamik bis zu den Gemeindeversammlungen vom 27. Juni in Gang zu halten. Dann wird in Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen gleichzeitig über den Zusammenschlussvertrag abgestimmt. Dieser wird auf gut einem Dutzend Seiten die Ergebnisse aus dem Abklärungsprozess konzentrieren. Um die Bevölkerung in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Laufenden zu halten, werden in jedem Dorf Stammtische mit den Projektverantwortlichen veranstaltet. Zudem ist Anfang Juni pro Gemeinde ein Informationsanlass vorgesehen, damit die Stimmberechtigten auf die Gemeindeversammlungen hin umfassend Bescheid wissen, was es heissen würde, künftig zur flächenmässig grössten Gemeinde im Kanton Aargau mit rund 2600 Einwohnern zu gehören. cf

BEEH-Schlussbericht

BEEH-Mitbericht Gemeinderäte

 

Agenda

Bis Ende Juni 2019
BEEH-Stammtische und Info-Anlässe in den vier Projektgemeinden

27. Juni 2019
Gleichzeitige Gemeindeversammlungen in Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen mit Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag

20. November
Obligatorische Urnenabstimmung über den Zusammenschlussvertrag

Frühling 2021
Bei Zustimmung aller vier Gemeinden zum Zusammenschluss: Wahl der neuen Gemeindebehörde

Januar 2022
Start neue Gemeinde im oberen Fricktal

Geschrieben am 18. Januar 2019. Eingetragen unter Allgemein.
 

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