Unterwegs zum Wegweisenden

Zwischenbilanz zum Projekt BEEH

Dr. Jean-Claude Kleiner (links im Bild) begleitet das Projekt BEEH als externer Berater. Robert Schmid, Gemeindeammann von Bözen, ist Vorsitzender der BEEH-Projektleitung.

Das Projekt BEEH befasst sich seit dem ersten Workshop vom 6. Februar 2018 mit allen relevanten Punkten bezüglich eines allfälligen Zusammen–schlusses von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen. Wie auch immer die Bevölkerung letztlich entscheiden wird: Das Projekt BEEH hat schon heute das Gefüge in der Region verändert. Denn zumindest die rund 100 freiwillig in den Arbeitsgruppen Mit–wirkenden denken mittlerweile in Sachthemen und nicht länger innerhalb von Gemeindegrenzen. Bis September stehen drei weitere Workshops an. Für eine Zwischenbilanz standen Robert Schmid, Vorsitzender der Projektleitung, und Projektberater Jean-Claude Kleiner Red und Antwort.

Wie beurteilen Sie den bisherigen Projektverlauf?
Robert Schmid: Als sehr geordnet, konstruktiv, ohne Querschläge und böse Worte.
Jean-Claude Kleiner: Es herrscht eine gute Gesprächskultur in allen acht Arbeitsgruppen. Man geht wertschätzend miteinander um, hört zu, lässt ausreden. Obendrein sind wir gut im Fahrplan.

Was hat Sie bisher persönlich positiv überrascht, was persönlich besonders gefordert?
Robert Schmid: Das erste Mal solche Zusammenschlussabklärungen zu durchlaufen, hat für mich etwas Herausforderndes. Vor allem weil ich bisher nichts Vergleichbares miterlebte und somit die Routine fehlt. Die gute Struktur des Projekts ist aber sehr hilfreich. Dennoch tauchen immer mal wieder Fragen auf, warum gewisse Themen in welcher Reihenfolge bearbeitet werden. Zum Beispiel rund um die Fragen der Organisation von Gemeinderat und Verwaltung.
Jean-Claude Kleiner: Es gibt in einem solchen Projekt nicht nur den einen Weg. Vielmehr klettert man quasi dauernd hoch und runter durch die Themen. Positiv werten möchte ich, dass alle Arbeitsgruppen-Mitglieder sich ehrlich um Lösungen bemühen. Ich spüre die einzelnen Gemeindevertretungen nicht, denn man ist in der Sache unterwegs.
Robert Schmid: Es reden wirklich alle miteinander.
Jean-Claude Kleiner: Es gab bisher keine unangenehmen Überraschungen. Das ist eine schöne Feststellung.

Wo liegen Ihrer Meinung nach in Bezug auf das Projekt BEEH die grössten Herausforderungen, welches sind die sensiblen Themen?
Robert Schmid: In den ersten Workshops war alles relativ offen, jetzt werden die Entscheide konkreter. Die Zusammen–hänge zeigen sich.
Jean-Claude Kleiner: Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, muss nicht fusionieren. Als sensible Themen würde ich die Infrastruktur inklusive Wasser/Abwasser beurteilen. Hier besteht grosser Investitionsbedarf in allen Projektgemeinden.
Robert Schmid: Im Bereich Wasser/Abwasser kommen in der Tat in den nächsten zwei, drei Jahren auf uns alle dringende Investitionen zu. Gleiches gilt für den Strassenbau.
Jean-Claude Kleiner: Ein weiteres sensibles Thema sind zudem die Ortsbürgergemeinden Hier lässt die Gesetzgebung wenig Spielraum zu. Bei einer allfälligen Fusion der Einwohner–gemeinden können sich die bestehenden Ortsbürgergemeinden entweder zu einer neuen Ortsbürgergemeinde vereinen oder sie gehen in der neuen Einwohnergemeinde auf.

Wie tönt des Volkes Stimme in Bezugs auf BEEH-Projekt?
Robert Schmid: Es wird eigentlich nicht viel darüber gesprochen. Ich glaube mit der Website und vor allem mit dem regelmässig in alle Haushaltungen zugestellten Bulletin erreichen wir die Bevölkerung. Was auffällt: Es bekunden etliche andere Gemeinden spürbar Interesse an unserem Projekt.

Welches sind die nächsten BEEH-Meilensteine?
Jean-Claude Kleiner: Ganz klar der Finanzbericht, der im Workshop vom 12. Juni vorgelegt und behandelt wird. Dann natürlich das Thema Name und Wappen einer allfällig neuen Gemeinde. Dazu wird es im Sommer eine Bevölkerungs–umfrage geben.

Sie Jean-Claude Kleiner haben im Aargau schon verschiedene Fusionsprojekte begleitet. Wie ordnen Sie das Projekt BEEH ein?
Jean-Claude Kleiner: Ich bin sehr gerne im BEEH-Projekt tätigt, nur schon, weil diese Gegend meiner Heimat, dem Appenzellerland, so ähnlich ist: Eine wunderschöne Landschaft sowie offene, anständige und dankbare Menschen. Die vier Projektgemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen müssen einen gewissen Schritt schaffen, der Prozess muss eine wegweisende Antwort liefern.
Robert Schmid: Es geht jetzt darum, Nägel mit Köpfen zu machen. Wir müssen die erarbeiteten Kriterien so auslegen, dass die Stimmberechtigten den Prozess verstehen und zu einem überzeugten Entschluss kommen können. Ein Beispiel ist die Bezirkszugehörigkeit. Es muss klar aufgezeigt werden, wo, mit wem, welche Zusammenarbeit stattfindet, dann wird auch der daraus abgeleitete Entscheid nachvollziehbar.
Jean-Claude-Kleiner: Ich möchte betonen, dass auch nach einem Fusionsentscheid Entwicklung möglich ist.
Robert Schmid: Genau, es muss nicht alles von heute auf morgen umgesetzt werden.
Jean-Claude Kleiner: Nur schon die Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung dauert in der Regel gegen vier Jahre.

Was wäre Ihnen sonst noch wichtig zu sagen?
Robert Schmid: Wichtig ist mir der Dank an alle, die sich in dieses Projekt einbringen.
Jean-Claude Kleiner: Mich würde interessieren, wo genau der geografische Mittelpunkt von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen liegt.

Geschrieben am 15. Mai 2018. Eingetragen unter Allgemein.
 

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